Erste Schicht: Iris Steensen führt die Fähre in Sehestedt

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Sehestedt – Die Premiere startete eine Stunde früher als vorgesehen. Denn statt um halb fünf trat Iris Steensen (46) ihren Dienst bereits um 3 Uhr 30 an. „Den Dienstbeginn habe ich irgendwie falsch verstanden“, lacht die junge Frau, die seit heute Morgen als erster weiblicher Schiffsführer auf der Sehestedter NOK-Fähre tätig ist.

Ansonsten lief aber alles glatt, und schnell konnte sie sich in den Fahrbetrieb auf der Fähre einarbeiten. Nun ist die Binnenschifferin nicht ganz unerfahren was die Fährschifffahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal angeht. Bereits seit November letzten Jahres hat sie die Nachbar-Fähre Richtung Kiel in Landwehr gesteuert. Auf eigenen Wunsch ließ sie sich jetzt nach Sehestedt versetzen, denn dadurch liegt ihr Arbeitsplatz doch um einige Kilometer dichter an ihrem Wohnort.

Der Weg bis auf die Brücke einer Fähre und die damit verbundene verantwortungsvolle Position des Schiffsführers ist ein wenig ungewöhnlich. Ursprünglich war Iris Steensen als Servicekraft und stellvertretende Restaurantleiterin auf dem Ausflugsschiff „Adler Princess“ tätig. Auf eigenem Wunsch und mit fröhlicher Zustimmung des damaligen Kapitäns nahm sie dort zusätzlich auch die Tätigkeit eines „Decksmanns“ wahr. Auf Bitten der Reederei Adler-Schiffe, die etliche Fährlinien auf dem NOK im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes betreiben, arbeitete sie außerhalb der Ausflugssaison schließlich auch als Decksfrau auf einer Kanalfähre. Während dieser Zeit liess sie sich schließlich auch in Brunsbüttel und Lauenburg zur Binnenschifferin ausbilden. „Fünf Jahre dauerte die Ausbildung alles in allem“, so Iris Steensen. Und mit Patenterteilung konnte sie schließlich den Job bekommen, der ihr immer vorgeschwebt hatte, nämlich Schiffsführer zu werden. „Und nun mache ich das, was ich immer wollte, seitdem ich zur See fahre“, freut sich die Nautikerin, die davon ausgeht, dass sie für etliche Jahre zum Team von Hugo Schütt, dem ersten Schiffsführer der Sehestedter Fährlinie gehört. Neben der günstigeren Lage zum Wohnort konnte die neue Schiffsführerin während der ersten Schicht auch gleich zwei andere positive Aspekte in Sehestedt entdecken: „Hier ist mehr los und der Kanal ist auch ein gutes Stück breiter als in Landwehr.“ whe

 

Info
er Nord-Ostsee-Kanal wird neben einigen Brücken und Tunnels auch von 14 Fährlinien überquert. Diese sind kostenfrei für alle Nutzer, da eine künstliche Wasserstraße gequert wird. Die Fähren werden vom Wasser- und Schifffahrtsamt betrieben, jedoch werden einige in deren Auftrag von den Adler-Schiffen bereedert.

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