Borgstedt nimmt Flüchtlinge auf: 14 Mobilheime werden aufgestellt

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Borgstedt (tsi) – Im Südwesten von Borgstedt, auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Nachbarschaft der Straßen Torfweg und Am Ring, wird das Amt Hüttener Berge 13 mobile Wohnungen für Flüchtlinge errichten lassen. Dies teilte Bürgermeister Gero Neidlinger am Donnerstag während der Einwohnerversammlung in der Grundschule mit. Schon in der nächsten Woche soll der Bagger anrücken.

Gebrauchte winterfeste Mobilheime werden zur Unterbringung von Flüchlingen in Borgstedt aufgestellt. Fotos: Sieg, privat

Gebrauchte winterfeste Mobilheime werden zur Unterbringung von Flüchlingen in Borgstedt aufgestellt. Fotos: Sieg, privat

Die möblierten und winterfesten mobilen Ferienhäuschen vom Modell TC 300, stammen aus Schweden, sind gebraucht und bieten jeweils Platz für vier Personen. Neben zwei Schlafzimmern und einer Sanitärzelle verfügen sie über einen zentralen Wohn- und Küchenraum. Ein 14. Modul soll als Waschraum für alle mit entsprechenden Geräten ausgestattet werden.

Es liege ihm am Herzen, dass die Einwohnerschaft diese Informationen von ihm und nicht zuerst aus den Medien erführe, sagte der Bürgermeister. Lieber wäre der Gemeindevertretung und ihm eine Verteilung der Häuschen innerhalb der Gemeinde gewesen, dies habe sich aber als nicht machbar herausgestellt. Angesichts des in diesem Jahr und voraussichtlich auch im nächsten vom Amt zu erfüllenden Aufnahmekontingents von 266 Flüchtlingen sei die Gemeinde Borgstedt gehalten, ihre Quote zu erfüllen. Das Mobilhausgebiet werde erschlossen und halte vorübergehend Wohnraum für 52 Personen vor. Werden die Häuschen nicht mehr gebraucht, sollen sie wieder verschwinden.

Neidlinger teilte außerdem mit, dass man für den unmittelbar an besagte Fläche grenzenden Bereich eine Baugenehmigung für drei feste, dreigeschossige Steinhäuser mit einer Giebelhöhe von neun Metern erhalten habe. Dies sei wegen der gelockerten Baubestimmungen möglich gewesen. Sinnvoll ist es aus Gründen der Nachhaltigkeit: Etwa die Hälfte der Flüchtlinge, die eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, möchten nach Auskunft von Amtsdirektor Andreas Betz im Bereich der Hüttener Berge wohnen bleiben. Zurzeit herrsche hier aber generell Wohnraumknappheit. Sollten die insgesamt 18 Wohneinheiten nicht von ehemaligen Flüchtlingen bezogen werden, könne man über eine spätere Nutzung als Sozialwohnungen nachdenken.

Bürgermeister Gero Neidlinger erklärt den Borgstedter Bürgern die künftige Unterbringung von Flüchtlingsfamilien.

Bürgermeister Gero Neidlinger erklärt den Borgstedter Bürgern die künftige Unterbringung von Flüchtlingsfamilien.

Betz machte deutlich, dass das Amt zurzeit 202 Personen in 31 Mietobjekten und zwei amtseigenen Immobilien untergebracht habe und bis zum Jahresende noch mit weiteren gut 100 Flüchtlingen rechnen müsse. Bis Februar 2016 halte man genügen Kapazitäten vor, sei aber weiterhin auf der Suche nach Grundstücken und Wohnungen.

Den Themen „Willkommenskultur” sowie „Hilfs- und Spendenmöglichkeiten” widmete sich Amtsmitarbeiter Klemens Ziemann. Gebraucht werden hauptsächlich Fahrräder und Geschirr. Er ließ einen Fragebogen verteilen, auf dem die Borgstedter Hilfsangebote und Zeiten eintragen konnten.

Anja Mildner, seit sechs Jahren Sozialarbeiterin und Flüchtlingsbetreuerin in Owschlag, berichtete dann aus ihrem reichen Erfahrungsschatz. „Sensibel für diese Menschen sein, auf sie bei Veranstaltungen einfach zugehen” sei in Sachen Integration das Allerwichtigste. In Owschlag leisteten die örtlichen Vereine sehr viel, und die erfahreneren Flüchtlinge unterstützten mittlerweile Neulinge.

„Ich hoffe, dass auch wir eine freundliche Gemeinde sind”, appellierte Neidlinger am Schluss. „Wenn sie sich hier wohlfühlen, brauchen wir keine Angst zu haben, dass es schiefläuft.” Tina Sieg

 

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