Ascheffel nimmt 40 Flüchtlinge auf

Die künftige Flüchtlingsunterkunft in Ascheffel. Fotos: Sieg

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Ascheffel (AN) – In Ascheffel werden voraussichtlich bald mehr als 40 Asylbewerber leben. Mitten im Dorf, im Winkel von Dorf- und Bergstraße, gegenüber dem Förstereiweg, hat ein privater Investor die Immobilie „Dorfstraße 35” samt 5.000 Quadratmeter Grundstück erworben. In dem Gebäude selber will das Amt Hüttener Berge als Pächter rund 18 Flüchtlinge und auf der angrenzenden Fläche rund 20 weitere in fünf angekauften Mobilheimen unterbringen. Dies erfuhren jetzt über 120 anwesende Einwohner von Bürgermeister Jörg Harder in der Bürgerbegegnungsstätte. Sie reagierten mit großer Offenheit.

Helmut Hagge und Claus-Detlef Nielsen (rechts) tragen sich in die Liste der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer ein.

Helmut Hagge und Claus-Detlef Nielsen (rechts) tragen sich in die Liste der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer ein.

Wie schon in der vorigen Woche in Borgstedt hatte zunächst Amtsdirektor Andreas Betz die Situation der Verwaltung deutlich gemacht. Das Amt steht in der Pflicht, in diesem Jahr noch über 100 Flüchtlinge unterzubringen. In Borgstedt waren die Einwohner am vergangenen Donnerstag über den Aufbau von 13 Mobilheimen informiert worden. Insgesamt 18 hat das Amt gemietet, beziehungsweise gekauft.

Die restlichen fünf kommen nach Ascheffel. Das sei „ein ordentlicher Schluck aus der Pulle”, kommentierte Helmut Preugschat. Doch werde man die Integration wohl gut leisten können. Telse Stoy warb inständig dafür, sich den Flüchtlingen zu widmen. Sie selber erteile Deutschunterricht und stelle immer wieder fest, dass sie keine Lehrerin sei. „Aber es bringt so viel Spaß. Und darum möchte ich sie nicht bringen!” Eine andere Einwohnerin erinnerte sich gerührt daran, wie sie selber 1958 als Flüchtlingskind aus der Ostzone in Ascheffel aufgenommen wurde. Dieses positive Erlebnis wolle sie nun gern weiter vermitteln. Auf die vorsichtige Frage einer jungen Ascheffelerin, ob es nicht manchmal auch sehr fordernde Individuen unter den Flüchtlingen gebe, antwortete postwendend eine ältere: „Es sind Menschen wie wir!” Sie habe schon lange in Schleswig mit Flüchtlingen zu tun und die allermeisten seien dankbar für jede Hilfe. Natürlich gebe es auch Ausnahmen. „Genau wie bei uns.”

Einwohner wollen die Integration der Neubürger unterstützen.

Einwohner wollen die Integration der Neubürger unterstützen.

Wer mithelfen oder Sachspenden abgeben möchte, sollte sich an die Flüchtlingsbetreuerin Dagmar Storm in der Verwaltungsstelle Ascheffel des Amtes wenden. Viele trugen sich schon am Dienstag in einer Helferliste ein. Am Mittwoch, 2. Dezember, ist um 19.30 Uhr ein Treffen zur Koordinierung der Hilfsangebote in der Bürgerbegegnungsstätte geplant. Tina Sieg

 

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