Kurs Helgoland: Deutschlands größter Seenotkreuzer kehrt auf Station zurück

Seenotkreuzer "Hermann Marwede" passiert Rendsburg auf der Reise von Rostock nach Helgoland. Fotos: Henze

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Bremen/Cuxhaven/Rendsburg (AN) – Ein eher ungewöhnliches Schiff passierte heute Vormittag (16. Dezember) den Nord-Ostsee-Kanal in westlicher Richtung. Die „Hermann Marwede“ ist mit 46 m Länge der größte deutsche Rettungskreuzer und üblicherweise im Südhafen der Insel Helgoland beheimatet. Das Flaggschiff der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ (DGzRS) kann damit rechtzeitig zu Winterbeginn von einem Werftaufenthalt in Rostock zurück auf seine Station kehren. Zur Stunde wird die „Hermann Marwede“ in Cuxhaven ausgerüstet.

Vormann (rechts) und Steuermann sorgen für sichere Fahrt.

Vormann (rechts) und Steuermann sorgen für sichere Fahrt.

Der Station Helgoland kommt im dichten Netz der DGzRS-Stationen eine besondere Bedeutung zu. Rund um Deutschlands einziger Hochseeinsel verlaufen etliche Großschifffahrtswege, die zu den Mündungen von Jade, Weser und Elbe (und damit auch zum Nord-Ostsee-Kanal) führen. Die Deutsche Bucht ist eines der weltweit am engsten befahrenen Schifffahrtsgebiete und überdies sind in den letzten Jahren vor allem nördlich und westlich von Helgoland eine Vielzahl von Offshore-Windkraftparks entstanden. Aus diesen Gründen wurde mit der „Hermann Marwede“ der größte und leistungsstärkste Seenotrettungskreuzer der DGzRS-Flotte auf Helgoland stationiert.

Bei 46 m Länge, 10,66 m Breite und einem Tiefgang von 2,8 Metern erreicht der rund 400 Tonnen verdrängende Seenotkreuzer eine Geschwindigkeit von 25 Knoten (etwa 46 km/h). Die Mittelmaschine und zwei Seitenmaschinen liefern eine Gesamtmotorleistung von 6.800 Kilowatt, was etwa 9.250 PS entspricht. Zwei Bugstrahlruder ermöglichen ein sehr präzises Manövrieren im Einsatz oder Hafen.

Drei Antriebsdiesel sorgen für Vortrieb und elektrische Energie.

Drei Antriebsdiesel sorgen für Vortrieb und elektrische Energie.

Kranke oder verletzte Menschen werden im bordeigenen Hospital behandelt. Besatzungsmitglieder verfügen über praktisches Fachwissen in sanitätsdienstlicher Versorgung. Freiwillige Seenotärzte werden bei Bedarf per Hubschrauber zum Einsatzort geflogen oder begleiten die Besatzung unmittelbar an Bord.

Ein Mehrzweckraum im SAR-Deck dient bei Großschadenssituationen als zentraler Arbeitsplatz an Bord. Dort können Stammbesatzung und Zusatzpersonal (z. B. Feuerwehr oder Ärzte) Material bereitstellen oder auch Schiffbrüchige betreuen.

Rund 9.500 PS beschleunigen die "Hermann Marwede" auf rund 46 km/h.

Rund 9.500 PS beschleunigen die „Hermann Marwede“ auf rund 46 km/h.

Die Stammbesatzung der „Hermann Marwede“ besteht aus 15 Nautikern und Technikern. Jeweils sieben von ihnen haben zwei Wochen lang rund um die Uhr Dienst an Bord und im Anschluss ebenso lange frei. Gebaut wurde die „Hermann Marwede“ 2003 bei der Fassmer-Werft in Berne. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger finanziert sich aus Spenden und Zuwendungen. Unterstützung wird jederzeit benötigt. Helfen geht so: Link Wolfgang Henze

Info:
„Hermann Marwede“: Link

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