Medien-Hammer: sh:z nach Niedersachsen verkauft

Die Zeitungskonzentration geht weiter. Foto: Fotolia

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Flensburg/Osnabrück (AN) – Der Mediendienst kressNews meldete heute am frühen Nachmittag, dass die Zeitungsgruppe Medienholding Nord, zu der auch der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag mit 21 Lokaltiteln  – darunter auch Landeszeitung und Eckernförder Zeitung –  gehört, an die Osnabrücker NOZ-Mediengruppe  verkauft worden ist.

sh:z-Druckzentrum in Büdelsdorf. Foto: Henze

sh:z-Druckzentrum in Büdelsdorf. Foto: Henze

Die Medienholding Nord verlegt im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag in Flensburg, dem A. Beig Verlag in Pinneberg und dem Zeitungsverlag Schwerin insgesamt 33 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 285.000 Exemplaren, darunter neben Landeszeitung und Eckernförder Zeitung auch die Schweriner Volkszeitung, und mehr als 40 Anzeigenblätter. Insgesamt kommt die NOZ-Gruppe, deren publizistisches Flaggschiff die „Neue Osnabrücker Zeitung“ ist, damit auf eine Gesamtauflage von gut 460.000 Zeitungen täglich und gehört damit zu einem der größten Zeitungsverlage Deutschlands. Dem Kauf der Medienholding Nord muss allerdings noch das Bundeskartellamt zustimmen.

Ob der Verkauf der sh:z-Zeitungen Einfluss auf die regionale Struktur der Titel und Standorte haben wird, muss die Zukunft zeigen. In der Pressemitteilung der NOZ Mediengruppe heißt es jedoch, man wolle alle Verlags- und Druckstandorte der Medienholding Nord weiterführen, weil es keine Überschneidungen der Verbreitungsgebiete geben würde. Details zur künftigen Zusammenarbeit der Zeitungen innerhalb der neuen Holding seien jedoch vom Käufer und Verkäufer in der Pressemitteilung nicht genannt worden.

Weitere Medienkonzentration droht

Mit Sorge reagiert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) auf die Nachricht vom Verkauf der Medienholding Nord in Flensburg. Damit drohe eine weitere Medienkonzentration in Norddeutschland, warnen die DJV-Landesverbände Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in einer gemeinsamen Erklärung. Wenn das Kartellamt der Übernahme zustimmen würde, drohe der Verlust der regionalen Verankerung der Zeitungen, so die Journalistenverbände. Sie weisen darauf hin, dass Pressevielfalt ein Motor für die Meinungsbildung in einer demokratischen Gesellschaft sei.

Der DJV-Vorsitzende von Schleswig-Holstein, Günther Jesumann erklärt: „Die bisherigen Erfahrungen bei Übernahmen zeigen, dass sich die Bedingungen für Feste wie Freie in den Redaktionen und alle anderen Verlagsbeschäftigten mit jedem Besitzerwechsel verschlechtert haben. Dieses Risiko besteht leider auch in diesem Fall.“ Die betroffenen Redaktionen hätten aber bereits mehrere Kürzungswellen hinter sich – „wird die Personaldecke noch dünner, reißt sie“, mahnt Jesumann.

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1 Kommentar zu "Medien-Hammer: sh:z nach Niedersachsen verkauft"

  1. Der Weg zur Einheitspresse wird erkennbar – ein Mann – ein Wort – eine Meinung – ausgehend von Osnabrück.

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