Mobilheime stehen – Flüchtlinge fehlen

Am Torfweg in Borgstedt wurden inzwischen Mobilheime aufgestellt. Fotos: Henze

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Borgstedt (AN) – Die Mobilheime stehen, die Flüchtlinge fehlen noch: Wie Aschberg News im November berichtete, hat das Amt Hüttener Berge mangels Wohnraum für Flüchtlinge über einen Investor eine Fläche am Torfweg erschließen lassen. Vor einigen Wochen wurden dort 13 ehemalige schwedische mobile Ferienwohneinheiten aufgebaut.

Bürgermeister Gero Neidlinger

Bürgermeister Gero Neidlinger

„Wir sind gut gerüstet”, stellte während der letzten Gemeindevertretersitzung Bürgermeister Gero Neidlinger fest. 56 Bürger seien bereit, Flüchtlinge willkommen zu heißen, sie zu versorgen und in die Gemeinde zu integrieren. Allerdings blieb bisher die im November noch angekündigte Flüchtlingswelle aus – zumindest für das Amt Hüttener Berge.

Neue Strukturen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) könnten auch auf längere Sicht den Flüchtlingsstrom in den ländlichen Raum erheblich dünner werden lassen.  Amtsdirektor Andreas Betz hat kürzlich dem Amtsausschuss Hüttener Berge mitgeteilt, dass in Kürze 50 Prozent der Asylbewerber innerhalb von 48 Stunden ihren bearbeiteten Asylantrag in Händen halten könnten. Dies hat bisher meist etwa 14 Monate gedauert. Erst anschließend sind manche von ihnen aus dem Amtsbereich fortgezogen, etliche aber auch hier wohnen geblieben, weil sie das Leben in den Hüttener Bergen zu schätzen gelernt hatten.

Die neuen Bedingungen könnten nun nach Befürchtungen der Bürgermeister zu einer nur noch geringen Zuweisung von Flüchtlingen führen. Es drängt sich die Frage auf, ob man sich die Mobilheime hätte sparen können. Wann die ersten Asylbewerber hier einziehen, wusste der Amtsdirektor nicht zu sagen. Ab April muss das Amt jedenfalls monatlich an den Investor 18.000 Euro an Miete zahlen – Kosten, die es nur vom Bund beglichen bekommt, wenn auch Flüchtlinge hier wohnen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist für Borgstedt das geplante Bebauungsgebiet „An der Buschkate”. In drei Bauabschnitten will die Gemeinde hier längerfristig insgesamt 120 Wohneinheiten schaffen lassen. Ziel ist eine Mehrgenerationen-Wohnanlage. Während der Sitzung stellte Planerin Sommer die Anregungen der Behörden und Nachbargemeinden zu dem Projekt vor. Sie werden eingearbeitet, beziehungsweise den Absendern geantwortet. So hatte das Innenministerium gefordert, dass Borgstedt zunächst sein innerdörfliches Bebauungspotenzial nutzen solle. Dies ist aber laut Planerin längst geschehen. Das Ministerium verfüge offenbar nicht über die neuesten Daten. Der nächste Schritt des Planverfahrens ist die Erstellung des Entwurfs.

618 Urnen aus der Zeit der Völkerwanderung sind im vergangenen Jahr bei Ausgrabungen in Borgstedt gefunden worden. Anlass war die Entstehung des interkommunalen Gewerbegebiets. Die Ausgrabungen haben laut Neidlinger 200.000 Euro gekostet. 137.000 Euro erhält der Landinhaber, die Entwicklungsgesellschaft Borgstedtfelde, aus dem Strukturfonds der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg als Förderung. Betz, auch im Vorstand dieser Anstalt öffentlichen Rechts, gab einen Quartalsbericht ab.

Da das archäologische Landesamt der Gemeinde angeboten hat, Ausgrabungs-Exponate zur Ausstellung zu übernehmen, soll dies geschehen. Neidlinger schlug vor, die Urnen in Vitrinen des Markttreffs in der Bäckerei Stabler zu präsentieren. Tina Sieg

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